Zentralinstitut der Spitäler

Tätigkeitsbericht

2021

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Zentralinstitut der Spitäler

Ein hochqualifiziertes gemeinnütziges medizintechnisches Institut im Dienst des Gesundheitsnetzes des Kantons Wallis und der Region Riviera Chablais, im Spital Wallis integriert.

Qualitativ hochstehende Leistungen für die Patientinnen und Patienten sowie unsere Partner:

Spitäler

  • Spital Wallis
  • Hôpital Riviera Chablais Waadt-Wallis

Öffentliche Institutionen

  • Staat Wallis
  • APH-SMZ

Gesundheitsfachpersonen

  • Arztpraxen
  • Kliniken
  • Ärztliche Bereitschaftsdienste

Auftrag

Effiziente Leistungen im Nahbereich anbieten

  • Hochqualifizierte Fachpersonen
  • Anwendung neuster wissenschaftlicher Kenntnisse
  • Spitzentechnologien
  • Enge Partnerschaft mit Patienten und Gesundheitsfachpersonen

Vision

Ein Partner im Zentrum des Gesundheitsnetzes

  • Akteur der Entwicklung des Gesundheitssystems
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Institutionen

Unternehmenskultur

  • Wohl und Interesse der Patientin und des Patienten
  • Sinn für Zusammenarbeit, der das Wohlwollen und die Achtung des Mitmenschen berücksichtigt
  • Innovation, Qualität und ständige Verbesserung
  • Kundenorientierung
  • Einsatz für die nachhaltige Entwicklung
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MARKANTE ZAHLEN

Millionen Umsatz

Mitarbeitende

Mitarbeitende

386’397 Bestellungen
15’779 präparierte Chemotherapien
398 Interventionen von Apothekerinnen
und Apothekern zur Sicherung der Medikation
497’000 Dosen Impfstoff gegen
Covid verteilt

SPRECHSTUNDEN

22’372 ambulant

STERILISATION

75’000 aufbereitete Instrumentensiebe
78’300 aufbereitete individuelle Instrumente

MEDIZINTECHNIK / EINKAUF

6’472 behobene Störungen/durchgeführte Wartungen
1’239 Wartungen

QUALITÄT

20 interne Audits
5 Tage externer Audits
92 deklarierte Verbesserungsmassnahmen

LABORS

4,536 Millionen Analysen
74,54 Millionen KLV-Punkte

TRANSFUSION

11’762 gelieferte Blutprodukte

Pathologie

62’418 Fälle
16,25 Millionen TARMED-Punkte

FORSCHUNG / BILDUNG

6 Abteilungen für postgraduale Weiterbildung FMH
5 Abteilungen für Weiterbildung FAMH
1 Abteilungen für Weiterbildung FAMH
7 Ausbildungs- und BM-W-Zentren
30 wissenschaftliche Publikationen
16 Präsentationen an Kongressen

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PRÄGENDE EREIGNISSE

Im Jahr 2021 war die Covid-Krise ständig präsent. Auch das Zentralinstitut der Spitäler (ZIS) war von dieser weltweiten Pandemie betroffen. Es gewöhnte sich daran, über lang Zeit im Krisenmodus zu arbeiten. Dank der Resilienz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte das Institut seine Gesundheitsaufträge trotzdem während des gesamten Jahres erfüllen.
Die Dauer dieser Krise und die Intensität der zweiten Covid-Welle zwangen das ZIS dazu, seine üblichen Prioritäten zu überprüfen. Es musste seine Organisation anpassen, damit es weiterhin neue Projekte entwickeln konnte.

Forschung und Innovation

In den Bereichen Forschung und Innovation richtete das ZIS in den Räumlichkeiten des ehemaligen Forschungs-instituts für Ophthalmologie ein Labor für klinische Forschung ein. Mit drei Forschungsprojekten konnte bereits im Jahr 2021 begonnen werden und weitere Projekte werden im Jahr 2022 folgen.

Das ZIS leistete einen grossen Beitrag zu den Reflexionen des Spital Wallis in Bezug auf die Entwicklung von Forschung und Innovation. Diese Reflexionen werden ab 2022 die Umsetzung von Prozessen zur Unterstützung und Förderung von Forschung und Innovation im Spital ermöglichen. Mit anderen Akteuren der Forschung im Wallis (HES Valais-Wallis, CRR, Stiftung The Ark) fand ein regelmässiger Austausch statt. Dieser zeigte die Komplementarität der Kompetenzen der verschiedenen Akteure auf und führte zum Wunsch, im Bereich der Forschung zusammenzuarbeiten.

In Bezug auf die Innovation wurde im Stab der Generaldirektion die Stelle eines Innovationsverantwortlichen für das Spital Wallis geschaffen. Herr Pascal Tritz, Leiter der Abteilung Medizintechnik und Einkaufszentrale im ZIS, wurde am 1. Januar 2021 in diese Funktion gewählt. Seine Abteilung entwickelte sich weiter, um die Innovation innerhalb des Spital Wallis aktiver zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit den Spitalabteilungen wurden mehrere Projekte realisiert.
Im Verlauf des Jahres 2021 entstand in den Bereichen Forschung und Innovation im Spital Wallis eine neue Dynamik. Diese Bereiche trugen viel zur Motivation der involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei und werden in nächster Zeit die Attraktivität der Institution steigern.

Nachhaltige Entwicklung

Im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung führte das ZIS seine Anstrengungen für konkrete Qualitätsverbesserungen weiter, um seinen CO2-Abdruck zu reduzieren. Mit der HES Valais-Wallis wurde eine Partnerschaft aufgebaut. Diese ermöglichte die Unterstützung durch spezialisierte Professorinnen und Professoren, das Erstellen einer globalen «Nachhaltigkeitsstrategie» und die Bearbeitung konkreter Probleme. Die interne Arbeitsgruppe «nachhaltige Entwicklung» des ZIS schlug rund dreissig Massnahmen zur Reduktion von Verschwendung und Umweltbelastung innerhalb des Instituts vor.

COVID

Zu Beginn des Jahres 2021 wurde eine Laboreinheit Covid gegründet, um die starke Nachfrage nach Analysen in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 zu bewältigen. Diese Tätigkeit wurde einem Team übertragen. An den Standorten Sitten und Rennaz wurden neue Geräte (hochauflösende Instrumente) für den Nachweis des Virus eingesetzt. In den Labors des ZIS wurden im Jahr 2021 rund 128’000 Analysen durchgeführt. Dies entspricht durchschnittlich 350 Analysen pro Tag, Feiertage und Wochenenden eingeschlossen.

Aufgrund des Entscheids des Kantons im April 2021, in den Gesundheitsinstitutionen regelmässige Massentests durchzuführen, setzte das ZIS ein Labor für das «Pooling» der Speichelproben ein. Bei dieser Technik werden rund zehn Proben für eine gleichzeitige Analyse zusammengefasst, so dass weniger Ressourcen benötigt werden. Diese Massnahme wurde massgeblich erleichtert durch die Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten im ehemaligen Forschungsinstitut für Ophthalmologie in der Nähe des Spitals Sitten. Die Leistung wurde bis Ende Juni für das Spital Wallis, die EPH/SMZ des Kantons sowie für einige andere Unternehmen angeboten.

Diese besondere Situation zeigte deutlich die ungenügenden Platzverhältnisse in den Labors von Sitten auf. Dieser Umstand schränkte nicht nur die alltäglichen Tätigkeiten, sondern auch die Umsetzung von Projekten ein. Im Jahr 2021 wurde deshalb in Zusammenarbeit mit dem Team der strategischen Infrastrukturprojekte des Spital Wallis eine Reflexion über die Ausbaumöglichkeiten der Labors initiiert.
Die Zentralapotheke musste sich zusätzlich zum Management des Impfstofflagers und der Logistik für die Impfung auf dem gesamten Kantonsgebiet auch noch mit dem Lagermanagement und der Vorbereitung der Antikörpertherapien gegen das Covid-Virus befassen.

In der Abteilung Infektionskrankheiten, die während des gesamten Jahres stark belastet war, kam es zudem noch zu einer bedeutenden Änderung: Aufgrund der Pension von Prof. Nicolas Troillet übernahm Dr. Stéphane Emonet die Leitung der Abteilung. Trotz der Pandemie gelang es ihm, die Abteilung so zu organisieren, dass sie sich an die andauernde Krise und die damit einhergehende Arbeitsbe-lastung anpassen konnte.

Neue Dienstleistung des ZIS

Die Dienststelle für Sozialwesen beauftragte das ZIS mit der Schaffung einer Abteilung für Gewaltmedizin (UMV) für den gesamten Kanton Wallis. In diesem Rahmen wurde im März 2021 eine Vereinbarung mit dem Kanton unterzeichnet und die UMV nahm ihre Tätigkeit am 1. Juni 2021 auf.
Die UMV befasst sich mit folgenden Aufgaben:

  • die Opfer von Gewalt empfangen und anhören
  • die Opfer innerhalb der Institutionen und Unterstützungs-verbände weiterverweisen
  • einen medizinischen Bericht erstellen, damit die Opfer ihre Rechte geltend machen und, wenn sie dies wün-schen, ein Gerichtsverfahren einleiten können

Die Abteilung besteht aus einem Team von spezialisierten Pflegefachpersonen, einem Sekretariat und einer verantwortlichen Ärztin, Dr. Jasmin Steiner. Die Sprechstunden finden in Siders statt. Die Räumlichkeiten befinden sich neben denjenigen für medizinische Gutachten.

Pensionierung von Professor Nicolas Troillet

Das medizinische Symposium des ZIS wurde im Jahr 2021 zu Ehren von Prof. Nicolas Troillet organisiert, der sich am 31.01.2021 pensionieren liess. Zu diesem Anlass fanden Konferenzen von international anerkannten Infektiologinnen und Infektiologen statt. Gleichzeitig wurde Prof. Troillet als Direktor und Leiter der Abteilung Infektionskrankheiten für seinen Beitrag zur Entwicklung des ZIS geehrt.

 

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LEISTUNGEN

Medizinische Sprechstunden

  • Infektionskrankheiten
  • Hämatologie
  • Immunologie, Allergologie
  • Medizinische Genetik

Spitalapotheke

  • Versorgung mit Arzneimitteln
  • Herstellung von Medikamenten
  • Klinische Pharmazie und Informationszentrum für Medikamente
  • Sicherung des Medikamentenkreislaufs

Sterilisation der Medizinprodukte

  • Aufbereitung der Medizinprodukte
  • Funktionskontrolle
  • Rückverfolgbarkeit der Instrumente

Arbeitsmedizin

  • Identifizierung der Berufsrisiken
  • Medizinische Kontrollen
  • Überprüfen von Arbeitsplätzen, Verfahren, Installationen, Produkten, …

Labors für medizinische Analysen

  • Klinische Chemie und Toxikologie
  • Hämatologie
  • Mikrobiologie
  • Immunologie – Allergologie
  • Medizinische Genetik

Epidemiologie der Infektionskrankheiten

  • Infektionsprävention und -kontrolle
  • Überwachung der übertragbaren Krankheiten
    (kantonale Einheit)
  • Tests für sexuell übertragbare Krankheiten

Medizintechnik und Einkauf

  • Management des medizintechnischen Materials
  • Einkaufszentrale
  • Lagermanagement
  • Materiovigilance

Verkehrsmedizinische Gutachten

  • Bestimmung der Fahreignung

Histocytopathologie

  • Untersuchung von Gewebe- und Zellproben
  • Schnellschnittuntersuchungen und Molekularanalysen
  • Multidisziplinäre Kolloquien, Tumorboard
  • Autopsie

Transfusionsmedizin

  • Sicherung der Transfusionskette
  • Laboranalysen (Immunhämatologie)
  • Haemovigilance

Rechtsmedizin

  • Aufhebung eines Leichnams, Legalinspektionen, Autopsien
  • Klinische Untersuchungen und Feststellung eines sexuellen Übergriffs
  • Gutachten auf der Grundlage von Dossiers
  • Vaterschaftstest

Gewaltmedizin

  • den Opfern von Gewalt zuhören
  • Verweisen an kompetente Stellen
  • Untersuchungen für die medizinische Verletzungsdokumentation
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PERSONALRESSOURCEN

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STRUKTUR

Direktion

Dr. Pierre Turini, Direktor
Herr Olivier Chambovay, Leiter Administration und Finanzen
Frau Yasmina Fornage, Leiterin Personalmanagement
Dr. PD Michel Rossier, Leiter Laboratorien

Stiftungsrat

Herr Pascal Strupler, Präsident
Herr Bernard Monnet, Vizepräsident
Herr Albert Bass
Herr Benoît Bender
Prof. Eric Bonvin
Frau Mylène Cina
Herr Arnaud Violland

Abteilungen und Einheiten

Medizintechnik und Einkauf

Herr Pascal Tritz, Chefarzt, Abteilungsleiter

Klinische Chemie und Toxikologie

Dr. PD Michel Rossier, Chefbiochemiker, Abteilungsleiter

Medizinische Gutachten

Dr. Maurice Fellay, Leitender Arzt, Abteilungsleiter

Medizinische Genetik

Dr. Thomas von Känel, Chefbiologe, Abteilungsleiter

Immunologie und Allergologie

Dr. Lionel Arlettaz, Chefarzt, Abteilungsleiter

Hämatologie

Dr. Pierre-Yves Lovey, Chefarzt, Abteilungsleiter

Histozytopathologie

Dr. Igor Letovanec, Chefarzt, Abteilungsleiter

Einheit integriertes Management

Herr Léonard Allégroz, Leiter der Einheit

Personalmanagement

Frau Yasmina Fornage, Leiterin

Infektionskrankheiten

Dr. Stéphane Emonet, Chefarzt, Abteilungsleiter

Arbeitsmedizin

Dr. Sophie Rusca, Chefärztin, Abteilungsleiterin

Rechtsmedizin

Dr. Bettina Schrag, Leitende Ärztin, Abteilungsleiterin

Transfusionsmedizin

Dr. Giorgia Canellini, Chefärztin, Abteilungsleiterin

Gewaltmedizin

Dr. Jasmin Steiner, Leitende Ärztin, Leiterin der Einheit

Apotheke

Dr. PD Johnny Beney, Chefapotheker, Abteilungsleiter

Zentralsterilisation

Frau Janick Bagnoud, Leiterin ad interim

Logistik

Herr Marc Sansonnens, Leiter der Einheit